Das Alte Testament wurde in hebräischer Sprache geschrieben. Zum Teil bis ins 1. Jahrhundert v.Chr. verwendeten die Schreiber dabei das als besonders ehrwürdig betrachtete altphönizische Alphabet. Ähnlich der ägyptischen Bilderschrift sind seine Zeichen jeweils aus dem Anfangslaut eines Bildsymbols entwickelt.
An einigen Stellen der Bibel finden sich auch Reste des Aramäischen (Jeremia 10,11; Esra 4,6–6,18; Daniel 2,4–7,28). Das war die Reichssprache während der Perserzeit. Durch sie veränderte sich auch die Schrift: Aus der aramäischen Schreibschrift entstand die neue „Quadratschrift“, in der zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v.Chr. fast alle Bibeltexte geschrieben wurden. Jedes Zeichen passt dabei genau in ein Quadrat. Das Neue Testament wurde in griechischer Umgangssprache verfasst.

Schreibmaterialien
Erst 105 n.Chr. wurde in China das Papier erfunden. Bis dahin verwendete man andere Materialien. Kurze Texte wie Notizen und Listen schrieb man auf Tonscherben (Ostraka), flache Steine, Wachsplättchen, Metallstücke oder auch Elfenbein. Für längere Texte – z.B. Berichte oder Gesetzessammlungen – wurde Leder oder Papyrus benutzt.

Leider sind diese empfindlichen Materialien im Laufe der Jahrhunderte größtenteils zerstört worden. Von den ursprünglichen Handschriften der Bibel ist uns daher keine erhalten. Aber es gibt Abschriften, die nur wenig jünger sind als die Originale. Das gilt besonders für das Neue Testament.
Die ältesten erhaltenen Bibelhandschriften wurden seit 1947 in den Höhlen bei Qumran am Toten Meer gefunden. Dort lebte von 135 v.Chr. bis 68 n.Chr. eine religiöse Gemeinschaft. Die Schriften, die in Tonkrügen versteckt waren, reichen zurück bis ins 3. Jahrhundert v.Chr. Berühmt wurde vor allem die Jesaja-Rolle, denn mit ihr hat man eine fast komplett erhaltene Schriftrolle gefunden. Dies war ein besonderer Glücksfall; denn meist werden nur größere oder kleinere Bruchstücke entdeckt, manchmal nicht größer als eine Briefmarke. Aber jedes Fragment kann helfen, den ursprünglichen Text wiederherzustellen und Fehler aufzuspüren, die sich beim immer neuen Abschreiben der Texte eingeschlichen haben.