Während sich die katholische Kirche von oben (Papst / Bischof)  nach unten (Gemeinde) aufbaut, ist es bei der evangelischen Kirche umgekehrt. Sie baut sich von unten (Gemeinde) nach oben (Präses / Bischof) auf.
Presbyterial-synodale Ordnung
In der Evangelischen Kirche von Westfalen hat sich im Laufe der Geschichte als besondere Gestalt der Kirchenverfassung die presbyterial-synodale Ordnung herausgebildet.
Sie hat eine deutliche demokratische Grundstruktur und ist durch drei Elemente gekennzeichnet:
Die Kirche baut sich in ihrer Ordnung von unten nach oben, also von der Kirchengemeinde her auf.
Die Leitung der Kirche liegt auf der Ebene der Kirchengemeinde bei gewählten Presbyterien, auf der kreis- und landeskirchlichen Ebene bei den Synoden (Kreissynode, Landessynode). Die Struktur ist vergleichbar mit den Kommunal-, Kreis- und Landesparlamenten auf politischer Ebene.
In allen Leitungsorganen der Evangelischen Kirche wirken auf allen Ebenen hauptamtliche Ordinierte und ehrenamtliche Presbyterinnen und Presbyter zusammen.
Presbyterin/Presbyter
Presbyterinnen und Presbyter (griech. Älteste) sind die von den wahlberechtigten Gemeindegliedern in freier Wahl gewählten Mitglieder des Presbyteriums. Ihre Amtszeit beträgt vier Jahre, eine Wiederwahl ist zulässig. Sie sollen den Pfarrerinnen und Pfarrern in der Führung ihres Amtes beistehen. Einzelne Presbyterinnen und Presbyter werden mit bestimmten Aufgaben (z.B. Kirchmeisterin / Kirchmeister) betraut.
Presbyterium
Die Kirchengemeinden in der Evangelischen Kirche von Westfalen werden von Presbyterien geleitet. Mitglieder sind die gewählten Presbyterinnen und Presbyter sowie die Gemeindepfarrerin oder der Gemeindepfarrer, die kraft ihres Amtes dem Presbyterium angehören. Die Presbyterien entsenden Pfarrerinnen oder Pfarrer und Abgeordnete in die Kreissynode. So wirken die Kirchengemeinden an der Leitung des Kirchenkreises mit.
Kreissynode
Die Kreissynode (Synode: griech. Zusammenkunft) ist das Beratungs- und Beschlussgremium des Kirchenkreises. Bei ihr liegt die Leitung des Kirchenkreises. In der Kreissynode sind alle Gemeinden des Kirchenkreises durch die Pfarrerinnen und Pfarrer und durch eine entsprechende Anzahl von Presbyterinnen und Presbytern vertreten. Hinzu kommen Sachverständige für bestimmte Arbeitsbereiche sowie beratende Mitglieder. Die Kreissynode wird alle vier Jahre neu gebildet und tagt öffentlich; im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken in der Regel zweimal im Jahr. Sie entscheidet unter anderem über die Finanzverteilung, den Haushalt, Grundsätze für Personalstellen und regelt die gesamte kirchlich-diakonische Arbeit im Kirchenkreis. Den Vorsitz führt die Superintendentin oder der Superintendent.
Landessynode
Die Landessynode ist das oberste Entscheidungsorgan der Evangelischen Kirche von Westfalen. Als „Kirchenparlament“ beschließt sie unter anderem die Kirchengesetze, den Haushalt der Landeskirche sowie grundlegende Finanzregelungen, die auch die Kirchenkreise und Gemeinden betreffen. Sie berät über wichtige theologische und kirchenpolitische Themen. Die Landessynode wird alle vier Jahre neu gebildet. Sie wird vom Präses geleitet und tagt öffentlich; in der Regel einmal im Jahr. Die Kirchenkreise mit ihren Kreissynoden können Anträge an die Landessynode stellen.