Eine Antwort für mein Kind …
Warum fragst du? Du weißt es doch. Wenn du mich rufst, dann glaubst du, dass ich komme. Wenn du eine Freundin besuchst, dann glaubst du, dass es schön ist, mit ihr zu spielen. Wenn du ein Brot mit in die Schule nimmst, dann glaubst du, dass es deinen Hunger stillen wird…
Ach du meinst, wie kannst du an Gott glauben? Das ist nicht anders.

Wenn du betest, dann glaubst du, dass Gott dir zuhört – also bete, so glaubst du.

Wenn du Gott besuchst, zum Beispiel im Kindergottesdienst, dann glaubst du, dass es schön ist, seine Nähe zu spüren – also geh in den Kindergottesdienst, so glaubst du.

Wenn du Erzählungen von Jesus liest, dann glaubst du, dass sie wichtig sind – also lies Geschichten von Jesus, so glaubst du.

Glauben ist nichts wunderliches, es ist ganz einfach.

Eine Antwort an Erwachsene …
Du meinst, es gibt so vieles, was unsere Zweifel nährt, da sei es schwer zu glauben? Glauben heißt nicht , etwas für wahr halten, was andere sagen. Glauben – ist ein Tätigkeitswort. Du kannst z.B. lange über das Schwimmen diskutieren: … Wasser ist nass, ein Stein schwimmt auch nicht, man kann nicht übers Wasser gehen, Menschen können ertrinken… Und du kannst ins Wasser gehen – langsam – und spüren.

Du wirst spüren, dass Wasser dich trägt, wenn du dich entspannst und leichte Schwimmbewegungen machst. Du wirst erfahren, was du vermeiden kannst, um nicht unterzugehen. Du wirst sogar erleben, dass du selbst unter Wasser schwimmen und wie du wieder auftauchen kannst.

So kannst du auch lange darüber diskutieren, ob es Gott gibt. Selbst wenn du behauptest, dass es Gott gibt, das bedeutet noch nicht zu glauben. Wenn du erfahren willst, wie es ist, zu glauben, dann tu es.

Das wichtigste ist: Trau dir selbst. Und dann mach dich auf und sammle Erfahrungen!

Geh in Gottesdienste – und spüre, was du fühlst. Lies in der Bibel – mit wachem Verstand und mit dem Herzen. Sage Gott, was dir auf dem Herzen liegt – und öffne dich für seine Antwort. Engagiere dich für ein gutes Ziel – z.B. bei einer Umweltschutzgruppe.
Du brauchst nicht deine Zweifel überwinden, sondern allein deine Trägheit.

Schau dich nach Menschen um, die mit dir Erfahrungen sammeln wollen. Frag nach einem, der dir Hilfestellung gibt. Und fang einfach an: Gott zu vertrauen, die Hoffnung in dir zu nähren und Gott aufzusuchen, da wo er dir begegnet.

Das sagt die Bibel dazu …
Und Gott sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandt- schaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will (1 Mose 12,1). Eine echte Herausforderung: Alte Gewohnheiten und Sicherheiten hinter mir zu lassen und mich auf einen neuen Weg zu machen. Und so beginnt Glaube, indem ich mich auf den Weg mache.

Und Gott sprach zu Mose: So geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst (2 Mose 3, 10). Ein großer Auftrag: Den Großen der Welt, die Menschen unterdrücken, entgegenzutreten, um die Bedrängten in die Freiheit zu geleiten. So weit kann der Glaube dich führen. Denn er ist nicht nur Privatsache. Er führt mich mitten hinein in die Auseinandersetzungen der Welt um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht (Jesaja 7,9), mahnt der Prophet. Nicht, weil Gott uns sonst zürnt, sondern weil wir sonst unseren Standpunkt inmitten der Drohgebärden der Mächtigen verlieren. Glaube aber stärkt das Selbstbewusstsein – dass du weißt, welcher Weg dem Leben dient.

Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen (Lukas 17,6). Wir scheitern nicht an den Sachzwängen der Welt, sondern an unserem Kleinglauben. Glauben aber heißt, das scheinbar Unmögliche zu wagen, wenn nur ein Körnchen Liebe darin steckt.