Obwohl es in der deutschen Sprache nur ein Wort für den oberen Bereich gibt – eben „Himmel“ – so unterscheiden wir in der Bibel grundsätzlich zwischen dem „sichtbaren Himmel“ (das Blaue über uns!) und dem „unsichtbaren Himmel“ (der Wohnung Gottes). Der sichtbare Himmel ist Objekt von wissenschaftlichen Beobachtungen. Heute sprechen wir anstatt vom Himmel vom Universum. Dabei ist unser Sonnensystem mit Sonne, Erde, Mond und den Planeten nur ein winzig kleines Stückchen der unendlichen Weiten des Weltalls.

Vom „Himmel Gottes“ reden wir, wenn wir den unsichtbaren „Wohnbezirk“ Gottes meinen, der in keinster Weise von unseren irdischen Dimensionen erfüllt ist. Er ist erfüllt von der Herrlichkeit der unangefochtenen Gegenwart des barmherzigen Gottes. „Im Himmel sein“ bedeutet deshalb nicht einen räumlichen Bereich sondern vielmehr einen „Beziehungsbereich“ – bei Gott sein!

Um Gottes weltweite – universale – Herrschaft auszudrücken, sprechen wir vom „Gott des Himmels“ (Gott der Himmel) und wissen, daß „aller Himmel Himmel ihn nicht fassen können“.

Jesus Christus wurde nach seiner Kreuzigung und seinem Sterben von Gott auferweckt und – nach dem Bericht der Evangelien und Apostelgeschichte – in Gottes Himmel (Reich) aufgenommen. Er sitzt nun zur Rechten Gottes, d.h. er regiert mit Gott Himmel und Erde und alle Mächte der sichtbaren und unsichtbaren Welt.

Himmelfahrt Jesu – nach biblischem Verständnis – weist alle Spekulationen zurück mit der einzigen Botschaft: Jesus Christus konnte auch durch Kreuz und Sterben von Gott nicht getrennt werden und auch nicht von Gottes Macht.

Wo Gott und sein Christus ist, da ist der Himmel. Und weil Gottes Barmherzigkeit in Christus unsere ganze Existenz umfaßt, können wir sagen: Gottes Gegenwart umgibt uns – jetzt unsichtbar – einst sichtbar!